Brustrekonstruktion

Brustrekonstruktion 2018-11-13T21:44:00+00:00

Rekonstruktive Brustchirurgie | Brustrekonstruktion

Die Rekonstruktive Chirurgie wird notwendig, wenn Form und Funktion des Körpers wiederhergestellt (rekonstruiert) werden müssen. Das ist in der Regel bei einer angeborenen Fehlbildungen, nach einem Unfall oder einer Krebsoperation der Fall. Mit den Methoden der plastisch-rekonstruktiven Chirurgie lassen sich dann Muskeln, Sehnen und periphere Nerven sowie Knochen und Knorpel, Haut und Weichteile korrigieren. Auch die Funktionen an den Gliedmaßen ebenso wie die Mimik im Gesicht kann durch den plastischen Chirurgen wiederhergestellt werden.

Brustrekonstruktion

Ein Schwerpunkt der Rekonstruktiven Chirurgie ist sicherlich die rekonstruktive Brustchirurgie. Über Jahre hat die Plastische/Ästhetische Chirurgie neue Methoden des Brustwiederaufbaus („Brustrekonstruktion“) entwickelt – vom Einsatz von Implantaten bis hin zur Transplantation von eigenem Gewebe, das an anderen Körperstellen entnommen wird.

Brustrekonstruktion nach Brustkrebserkrankung

Für Frauen ist der Verlust der Brust bei einer Brustkrebserkrankung ein sehr einschneidendes psychisches Erlebnis. Die Brust ist das Sinnbild der Weiblichkeit, daher ist der Wunsch nach einer neuen Brust mehr als verständlich. Die Rekonstruktive Chirurgie hält verschiedene Methoden vor, den Brustaufbau durchzuführen:

Methoden des Brustaufbaus

Latissimus Dorsi Lappen

Brustaufbau durch einen gestielten Latissimus dorsi-Lappen durch Einsatz des Rückenmuskels. Besonders bei stark übergewichtigen Frauen ist dieses Verfahren geeignet oder wenn andere Methoden zum Teil nicht in Frage kommen. Bei diesem Standardverfahren wird der Rückenmuskel nach vorn in die Brustregion verlagert. Bei der Verlagerung bleibt die Blutversorgung des Muskels erhalten, so dass ein mikrochirurgischer Anschluss der Gefäße an die Brustwand nicht notwendig ist. Bei dieser Methode reicht jedoch der Gewebeblock nicht aus, um eine ausreichend große Brust zu rekonstruieren. Häufig muss zusätzlich ein Implantat eingelegt werden.

TRAM- Lappen (Tranverser Rectus Abdominis Muskellappen)

Für diese Technik der Brustwiederherstellung ist das Vorhandensein von genügend Gewebe am Unterbauch Voraussetzung. Zur Rekonstruktion wird ein Gewebeblock, bestehend aus dem geraden Bauchmuskel, Fettgewebe und Haut, vom Unterbauch entnommen. Hier muss jedoch der Gewebeblock mit den versorgenden Blutgefäßen komplett gelöst und anschließend wieder mit den Blutgefäßen an der Brust verbunden werden. Mit dieser Methode lassen sich jedoch sehr gute kosmetische Ergebnisse erzielen.  Der Tram-Lappen bietet auch die Chance, große voluminöse Brüste mit einer natürlichen Brustform zu rekonstruieren.

DIEP-Lappen (Deep Inferior Epigastric Perforator Lappen)

Der DIEP-Lappen stellt zurzeit den Gold-Standard bei den Verfahren zu Rekonstruktion dar. Es handelt sich bei der Methode um eine Weiterentwicklung des TRAM-Lappens. Im Gegensatz zum TRAM-Lappen wird auf die Mitnahme des Bauchmuskels verzichtet. Dadurch wird eine Schwächung der Bauchwand vermieden. Bei diesem Verfahren wird aus dem Hautfettgewebe des Unterbauches eine neue Brust geformt. Es handelt sich hier um eine freie Lappenplastik, so dass die Gefäße mit den Brustwandgefäßen mikrochirurgisch verbunden werden müssen. Zusammenfassend besitzt der DIEP-Lappen die o.g. Vorteile des TRAM-Lappens und nicht seine Nachteile.

SGAP-Lappen

Bei unzureichenden Gewebeverhältnisse am Bauch kommen zum Beispiel als Alternativen der freie SGAP-Lappen (superior gluteal artery perforator-flap / Gewebeblock aus der Gesäßregion) oder der freie TMG-Lappen (transverse myokutane Grazilis-Lappen / Gewebeblock aus dem Oberschenkel) in Frage.

Beim Aufbau der Brust mit Eigengewebe vom Gesäß wird Haut und Fett vom oberen Gesäß/Hüftbereich entnommen. Das Gewebe wird durch die obere Gesäßarterie durchblutet (S-GAP: englisch: Superior Gluteal Artery Perforator). Dieses Gewebe bietet sich als gute Alternative an, wenn der Bauch zu wenig Fettgewebe hat oder durch Voroperationen die Gefäße nicht mehr vorhanden sind.

TMG-Lappen

Bei der Methode des freien TMG-Lappen (transverse myokutane Grazilis-Lappen) wird Eigengewebe aus dem Oberschenkel zum Brustaufbau entnommen.

Diese Operationsmethode eignet sich vor allem für schlanke Patientinnen mit kleinen Brüsten. Der transversale myokutane Gracilislappen (TMG) gewährleistet ein sehr natürliches Ergebni. Der große Vorteil dieser Methode besteht für die Patientinnen darin, dass die Narbe unauffällig im Schritt liegt und gleichzeitig eine Straffung des Oberschenkels erreicht wird, ähnlich einem „Oberschenkellift“.

Brustaufbau mit Eigenfett (Lipofilling)

Eine weitere Möglichkeit der Brustrekonstruktion ist der Volumenaufbau mittels Eigenfett, das sog. Lipofilling. Diese Eigenfett-Transplantation basiert auf der Verpflanzung von körpereigenem Fettgewebe und Haut, welches an anderen Körperstellen wie Hüfte, Po oder Bauch  entnommen wird. Dabei unterschiedet man die „gestielten“ und die „freien“ Gewebeblöcke, welche auch als „Lappen“ bzw. „Lappenplastiken“ bezeichnet werden.  Bei dieser Methode sind mehrere Eingriffe nötig, die nur von sehr erfahrenen Chirurgen durchgeführt werden sollten. Der Brustaufbau mit Eigenfett eignet sich für kleinere bis mittlere Volumen.

Rekonstruktion der Brustwarze

Wenn der Brustaufbau abgeschlossen ist, kann die Brustwarzenrekonstruktion folgen. Erst durch die Wiederherstellung der Brustwarze erhält die aufgebaute Brust ihre Vollständigkeit.

Die Rekonstruktion der Brustwarze, auch Mamillenrekonstruktion genannt, ist der letzte und abschließende Schritt einer Brustrekonstruktion. Die Brustwarze soll optisch natürlich wirken und von einem farblich passenden Warzenvorhof umgeben sein, der auch in Größe und Form der gegenüberliegenden Brustseite entspricht. Da die Rekonstruktion der Brustwarze und die Wiederherstellung des Warzenvorhofes (Areola) unmittelbar zusammen gehören, wird medizinisch von einem Mamillen-Areola-Komplex (MAK) gesprochen. Eine funktionelle Rekonstruktion des MAK, d.h. mit Sensibilität oder gar Stillfunktion, ist allerdings nicht möglich.

Techniken der Brustwarzenrekonstruktion
Für die Rekonstruktion der Brustwarze und des Warzenvorhofs stehen unterschiedliche Techniken zur Verfügung:

  • An einer anderen Stelle des Körpers, z.B. an der Innenseite der Oberschenkel, wird ein Hauttransplantat entnommen und frei verpflanzt,.
  • Als sehr erfolgreich hat sich auch das Formen der Brustwarze aus Hautteilen der bereits rekonstruierten Brust bewiesen (Lokale Lappenplastik). Dabei werden kleine Hautlappen gebildet und so vernäht, dass eine „neue“ Brustwarze entsteht.
  • Eine dritte Methode besteht darin, von der Brustwarze der gesunden Brust einen Teil abzutrennen und auf die rekonstruierte Brust frei zu verpflanzen (Nipple sharing).

Welcher der möglichen Operationstechniken zur Wiederherstellung der Brust oder zur Rekonstruktion der Brustwarze für Sie die Richtige ist, muss in einem ausführlichen Gespräch mit dem behandelnden Chirurgen besprochen und geklärt werden.

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